Migräne: Welche Konflikte wirklich dahinterstehen
Migräne kehrt oft genau dann zurück, wenn die Anspannung nachlässt – am Wochenende, im Urlaub, nach einer überstandenen Belastung. Die biologische Sicht erklärt, warum.
Inhalt des Artikels
Wer regelmäßig unter Migräne leidet, kennt das ungute Gefühl, dass die Anfälle sich kaum vorhersagen lassen. Schulmedizinisch gibt es viele Theorien über Auslöser – Wetter, Hormone, Schlaf, bestimmte Lebensmittel – aber keine wirklich befriedigende Antwort auf die Frage, warum gerade jetzt und warum immer wieder. Viele Betroffene bemerken zudem ein eigentümliches Muster: Der Kopfschmerz kommt nicht mitten im Stress, sondern oft dann, wenn der Druck eigentlich nachlässt.
Genau an dieser Beobachtung setzt das BioLogische Heilwissen an. Rainer Körner beschreibt die Migräne nicht als Funktionsfehler, sondern als ein Geschehen, das in einem zeitlichen Zusammenhang mit seelischer Anspannung und deren Lösung steht. Diese Sichtweise versteht sich ausdrücklich als Ergänzung zur ärztlichen Diagnostik – nicht als Ersatz. Wer wiederkehrende oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen hat, sollte sie in jedem Fall ärztlich abklären lassen.
Kurz erklärt: das BioLogische Heilwissen
Das BioLogische Heilwissen geht davon aus, dass viele körperliche Reaktionen eine Antwort auf eine seelische Notsituation sind – einen sogenannten biologischen Konflikt. Damit ist ein Erleben gemeint, das dramatisch, unerwartet und als machtlos empfunden wird.
Auf einen solchen Konflikt folgt ein zweiphasiger Ablauf. In der ersten Phase steht der Körper unter Anspannung (Sympathikotonie): Energie wird mobilisiert, der Mensch denkt fast zwanghaft an das Problem. Ist der Konflikt gelöst, kippt der Körper in die Entspannungs- und Heilungsphase (Vagotonie) – Müdigkeit, Entzündung, Schwellung gehören dazu.
Der entscheidende Gedanke: Viele Beschwerden gehören nicht zur Konfliktphase, sondern zur Heilung. Sie sind kein Defekt, sondern Teil der Wiederherstellung. Bei der Migräne wird genau das besonders gut sichtbar.
Migräne schulmedizinisch — Symptom ohne klare Ursache
In der gängigen Medizin gilt Migräne als eigenständiges Beschwerdebild, dessen Entstehung nicht vollständig geklärt ist. Man kennt zahlreiche begleitende Faktoren, aber keine eindeutige Ursache, die jeden Anfall erklärt. Die Behandlung zielt deshalb meist auf das Lindern der Symptome.
Auch das BioLogische Heilwissen betont, dass Kopfschmerzen auf vielen Wegen entstehen können – es gibt also „natürlich viele andere Möglichkeiten, wie Kopfschmerzen entstehen können". Die folgende Betrachtung beansprucht daher keine Allgemeingültigkeit, sondern bietet eine Sichtweise, mit der sich das wiederkehrende Muster mancher Migräne besser einordnen lässt.
Die biologische Sicht: Anspannung, Lösung und die Heilungsphase
Im Lehrbuch wird die Migräne den Hirngefäßen zugeordnet. Die Blutgefäße im Kopf bestehen aus einer Innenschicht und aus glatter Muskulatur, die durch ihre Bewegung den Blutdurchfluss reguliert.
Als auslösendes Erleben nennt Rainer Körner Frontalangst-Konflikte und Ohnmächtigkeits-Konflikte. Gemeint ist damit eine Situation, die als bedrohlich auf einen zukommt und bei der man sich überfordert fühlt und unsicher ist, ob man sie bewältigen kann.
Entscheidend ist nun der Zeitpunkt der Migräne. Sie wird im Lehrbuch nicht der aktiven Konfliktphase zugeordnet, sondern der Entspannung der Gefäßmuskulatur in der Heilungsphase. Der Text formuliert das so: Die Migräne ist ein „Symptom der Entspannung/Vagotonie der glatten Muskulatur der Gefäße". Sie kommt häufig unmittelbar nach der Konfliktlösung.
Der biologische Sinn dahinter: Durch eine Erweiterung der Blutgefäße in der aktiven Phase entsteht ein besserer Blutdurchfluss zu den Organen – damit das Lebewesen besser mit Frontalangst- und Ohnmächtigkeits-Konflikten umgehen kann.
Warum die Migräne auch schon „mittendrin" kommen kann
Manche Menschen erleben ihre Migräne nicht erst nach, sondern bereits während einer belastenden Situation. Das wirkt zunächst widersprüchlich, wenn die Migräne doch ein Entspannungssymptom ist. Rainer Körner erklärt das über die sogenannte Paradoxe Heilungsreaktion: In ausweglos erlebten, lähmenden Situationen kann der entspannende Teil des Nervensystems (Vagus) schon mitten im Stress aktiv werden.
Wer aktiv weiterkämpft und versucht, die Lage zu meistern, bei dem bleibt die Anspannung hoch – die Migräne kommt dann erst danach. Wer sich dagegen überfordert und wie gelähmt fühlt, bei dem kann sie schon während der Überforderung auftreten und wird so fast zu einer Möglichkeit, sich der Situation zu entziehen.
Warum Migräne oft nach Stress, am Wochenende oder im Urlaub kommt
Das verbreitete Muster der „Wochenend-Migräne" oder der Migräne in den ersten Urlaubstagen fügt sich gut in diese Sichtweise. Solange jemand unter Anspannung steht, ist sein Nervensystem in Stressaktivität. Erst wenn der Druck nachlässt – das Projekt ist abgegeben, die Prüfung bestanden, die anstrengende Woche vorbei –, schaltet der Körper in die Heilungsphase um.
Genau in dieser Entspannungsphase tritt das beschriebene Gefäßsymptom auf. Im Lehrbuch wird die Lösung eines Konflikts beispielhaft daran erklärt, dass eine bedrohliche Lebenssituation vorübergeht: Eine Schülerin hatte Angst, eine Prüfung nicht zu schaffen; als sie bestanden hatte, löste sich der Konflikt und sie kam in die Heilungsphase.
Für Migräne-Betroffene lohnt es deshalb, nicht nur den Tag des Anfalls zu betrachten, sondern die Tage davor:
- Gab es eine Anspannung, eine drohende Situation, die man zu bewältigen versuchte?
- War der Anfall zeitlich mit einer Erleichterung, einem Abschluss oder einem Loslassen verbunden?
- Wiederholt sich dieses Muster bei verschiedenen Anlässen?
Solche Beobachtungen können helfen, das eigene Geschehen einzuordnen – ähnlich wie es Rainer Körner im Anamnesegespräch tut, wenn er Symptome mit belastenden Lebenssituationen in Beziehung bringt.
Worauf man achten kann — und wann ärztlich abgeklärt werden muss
Die biologische Betrachtung versteht die Migräne als sinnvolles, zeitlich begrenztes Geschehen – nicht als etwas Bösartiges, sondern als Teil eines Ablaufs, der einen erkennbaren Grund hat. Schon dieses Verständnis kann entlasten, weil es Angst und Hilflosigkeit verringert.
Hilfreich ist vor allem, das eigene Muster aufmerksam zu beobachten: Welche Situationen gehen den Anfällen voraus, und wann genau setzt der Schmerz ein? Wer den Zusammenhang zwischen Anspannung und der folgenden Heilungsphase erkennt, kann oft schon gelassener mit dem wiederkehrenden Geschehen umgehen.
Gleichzeitig gilt: Diese Sichtweise ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, und das Lehrbuch nennt bei großer Belastung der Hirngefäße ausdrücklich auch ernste Befunde wie Aneurysmen oder Durchblutungsstörungen. Neu aufgetretene, sehr starke, anders als sonst verlaufende oder von weiteren Symptomen begleitete Kopfschmerzen gehören deshalb in jedem Fall ärztlich abgeklärt. Die biologische Einordnung kann ergänzend dazukommen, sobald eine ernsthafte körperliche Ursache ausgeschlossen ist.
Wer den eigentlichen Auslöser dauerhaft entschärfen möchte, kommt um die Frage nach der inneren Einstellung nicht herum. Rainer Körner sieht darin die wohl bedeutendste Möglichkeit, einen Konflikt zu lösen – manchmal genügt das Vorübergehen einer belastenden Situation, manchmal braucht es eine bewusste Veränderung im Umgang mit dem, was Angst und Überforderung auslöst.
Ein Beispiel: die überstandene Überforderung
Glatte Muskulatur der Hirngefäße
Der Auslöser
Ein kurzer Frontalangst- oder Ohnmächtigkeitskonflikt – das Gefühl, einer Situation nicht gewachsen zu sein.
Konfliktaktive Phase
In der aktiven Phase verändern sich die Hirngefäße, der Körper stellt sich auf das Bewältigen der Anspannung ein.
Heilungsphase
Mit der Lösung entspannt sich die glatte Muskulatur der Gefäße – in dieser Phase tritt die Migräne auf.
Quellen
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Bauchspeicheldrüse« — Abschnitt »Bauchspeicheldrüsen-Ausführungsgänge ~ gelb«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »2. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Die Heilkrise«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Konfliktfindung und Therapie« — Abschnitt »Anamnesebogen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Auge« — Abschnitt »Tränendrüse ~ blau«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Bauchspeicheldrüse« — Abschnitt »Beta-Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Insulin) ~ grün«
- Differentialdiagnose im BioLogischen Heilwissen , Kapitel »Zum Gebrauch des Buches« — Abschnitt »Blutdruck, niedriger (Hypotonie)«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »2. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Paradoxe Heilungsreaktion«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »3. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Grundprinzipien der sechs Gruppen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »3. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Fallbeispiele aus der Praxis zu den einzelnen Gruppen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »2. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Allgemeine Symptome in den 9 Phasen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »3. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Fallbeispiele aus der Praxis zu den einzelnen Gruppen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Das Gehirn als übergeordnete Zentrale des Organismus« — Abschnitt »Die Entstehung von Gehirntumoren«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Konfliktfindung und Therapie« — Abschnitt »Konfliktlösung und Therapie«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Blase und ableitende Harnwege« — Abschnitt »Blase, Harnröhre, Harnleiter, Nierenbecken (Urothel) ~ gelb«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Nase und Nasennebenhöhlen« — Abschnitt »Nasenschleimhaut und Nasennebenhöhlen ~ gelb«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Schlundbögen und Schlundbogen-Abkömmlinge« — Abschnitt »Aortenbogen, Arteria carotis, Hirngefäße ~ gelb«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Konfliktfindung und Therapie« — Abschnitt »Anleitung zur Anamnese und Konfliktfindung«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »2. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Die Mehrphasigkeit des Konfliktgeschehens«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Konfliktfindung und Therapie« — Abschnitt »Unterscheidung von Auslöser und Ursache«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »Anhang« — Abschnitt »Gemeinsamkeiten und Unterscheidung zu Dr. Hamer«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
- Lehrbuch für BioLogisches Heilwissen , Kapitel »1. BioLogischer Grundsatz« — Abschnitt »Der biologische Konflikt als Auslöser verschiedener Reaktionen«
Dieser Artikel beschreibt eine Sichtweise des BioLogischen Heilwissens nach Rainer Körner. Er ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Jeder Mensch und jede Situation sind individuell.